ZES CHRONIK

Aus der Chronik der „Embser Schlossnarren“:

Die ersten Aufzeichnungen über die Hohenemser Fasnacht stehen im Buch von Ludwig Welti „Merk-Sittich und Wolf Dietrich von Ems“ und führen unter der Jahreszahl 1538 den Tod Wolf-Dietrichs durch einen Schlaganfall beim Volkstanz an der alten Fasnacht am Funken­sonntag dem, 10. März 1538 an.

Schon vor dem ersten Weltkrieg wurden durch den Turnverein jeweils am „Bromiga Fritig“ der Fasnatball veranstaltet. Die ersten großen Fasnat-Umzüge wurden durch den Verkehrver­ein in den Jahren 1927/28 durchgeführt. Damals wurde auch schon eine Fasnatzeitung – der „Schlossberg-Güggler“ herausgegeben. Dann wurde diese Entwicklung der Fasnat durch die Weltwirtschaftskrise und den zweiten Weltkrieg unterbrochen.

Im Jahre 1960 wurde unter der Leitung des damaligen Obmannes der Laienbühne, August Märk, das Fasnatgeschehen in Ems wieder organisiert und 1962 nach langer Zeit der 1. Umzug der Nachkriegszeit gestartet. Dies war auch der eigentliche Beginn der jetzigen Emser Fasnat. Von Mitgliedern verschiedenster Vereine – Verkehrverein, Turnerschaft – so­wie mit Hilfe der Schulen wurden die folgenden Umzüge organisiert, ohne dass bereits ein fixes Faschingskomitee bestand.

1965 wurde dann das Faschingskomitee der Emser Schlossnarren gebildet und als erster Prä­sident der damalige Braumeister der Engelburg-Brauerei Xaver Lochbrunner erkoren.

Damals schon wurden die einzelnen Parzellen und Weiler von Ems ermuntert, selbständig Wagen und Gruppen für die Umzüge zu gestalten. Dies waren dann auch die Geburtstunden für die vielen Unterzünfte, die heute noch die große Emser Zunft bilden.

Auch der Fasnat-Ruf der „Schlossnarren“ wurde damals schon kreiert und das laut DURI-DURI-DURI O erschallte schon in den 60er-Jahren bei den Umzügen, die jedes zweite Jahr am Sonntag vor dem Fasnat-Sonntag bereits mit Schlüsselübergabe und Empfang durchge­führt wurden. Auch die berühmte Mädchengarde wurde bereits 1963 von Armin Mathis ge­gründet und hatte sich bald den legendären Ruf als beste, tan­zende Garde in Vorarlberg für sich erarbeitet. Im Jahre 1968 wurde dann das bisherige Fa­schingskomitee in die Zunft „Embser Schlossnarren“ umbenannt, zur Referenz an die ehema­ligen Adeligen und ihre Schlösser in Ems. Als Wappentier wurde der auf den Kopf gestellte Steinbock mit dem Palast von Hohenems gewählt.

Der erste Gardeball wurde im Jahre 1969 gestartet und der Elferrat durch einen Zunftrat aller Obmänner der Unterzünfte – es waren damals bereits 16 an der Zahl – ergänzt. 1971 erlebte der „Schlossberg-Güggler“ kurzzeitig eine Neuauflage, wurde jedoch infolge von Problemen mit den eingesandten Artikel wieder eingestellt. Die erste eigene Musikgruppe wurde 1973 in Herrenried-Buch gegründet. Der damalige Elferrat Goswin Benzer brachte es zu­stande, den ersten Fanfarenzug in Hohenems mit Instrumenten und Uniformen zu bestücken.

1978 wurde der erste große Wechsel an der Spitze der Zunft vorgenommen. Präsident Xaver Lochbrunner und Vize Pepi Jank legten ihr Amt nieder und Werner Häfele wurde als Präsi­dent, Josef Ihler als sein Vize gewählt. Beide „Obernarren“ brachten schon jahrelange Erfah­rung mit, waren sie doch schon im Elferrat seit den ersten Anfängen der Fasnat als Mitarbeiter geschätzt und sehr aktiv.

Im Jahr der Stadterhebung – 1983 – wurde von den Schlossnarren bereits der 3. Vorarlberger Narrentag in Hohenems durchgeführt. Unter der Leitung von Präsident Werner Häfele und der Mitarbeit aller Embser Narrenzünfte wurde diese Veranstaltung zu einem Höhepunkt und zum Auftakt der Feiern zur Stadterhebung der im ganzen Land Beachtung gefunden hat. Ab dieser Zeit gab es in Hohenems auch kein Prinzenpaar mehr, fortan – so beschlossen die Schlossnarren – hat die Embser Fasnacht ein Ritterpaar. Alle 2 Jahre wird ein neues Ritterpaar angelobt welches die Embser Fasnacht repräsentieren soll.

In den folgenden rund 10 Jahren wurde die Fasnat in Ems von Werner Häfele und Josef Ihler geprägt und erlebte einen großartigen Aufschwung. Die Zusammenarbeit der einzelnen Zünfte wurde stets weiter gepflegt, der Zunftball wurde zu einem Markstein der Emser Fasnat ausgebaut, die Umzüge waren stets das Ereignis in Vorarlberg.

Und dies alles – so kam man dann irgendwann drauf – ohne dass die Schlossnarren ein offizieller eingetragener Verein waren, ohne jegliche rechtliche Absicherung.

Im Jahre 1989 wurde dann ein Proponentenkomitee für die offizielle Gründung der Zunft „Em­ser Schlossnarren“ zusammengestellt und der Verein offiziell mit der Versammlung im Schlosscafe am 21. Mai 1989 gegründet.

Damals wurde auch die zweite große Umbesetzung der Führung vorgenommen. Seither führt Herbert Holzer als Präsident die Geschicke der Zunft Embser Schlossnarren. Auch die Organisationsstruktur wurde entsprechend umgestaltet. Aus dem Elferrat wurde ein Vorstand gebildet. Die regelmäßige Zusammenkunft von Abgeordneten der Emser Zünfte  mit den Vorstandsmitglieder der Zunft Embser Schlossnarren wurde als großer Zunftrat eingeführt.

Seit der Übernahme der Präsidentschaft durch Herbert Holzer wurde die große Tradition der Emser Umzüge weitergeführt und noch verbessert. Mit der Gründung der „Palasttätscher“ und der „Hexaschränzer“ wurden weitere Musikzüge in Hohenems zur Bereicherung der Fasnat aufgebaut. 1998 wurde dann auch erstmals statt dem bisherigen Zunftball das „Fasnatkarussell“ veranstaltet, das bis zur Schließung der Turnhalle jedes Jahr ein ab­soluter Höhepunkt des Emser Ballgeschehens war.

Im Jahre 1999 – dem letzten Narrenjahr vor der Jahrtausendwende – erhielt die Zunft Embser Schlossnarren von den Delegierten des Verbandes Vorarlberger Fasnatzünfte und –gilden den Auftrag zur Durchführung des 19. Vorarlberger Landesnarrentages. Dieser Landesnarrentag fand bei Prachtwetter statt. Da auch die Organisation bestens klappte, konnten unzählige Vorarlberger Närrinnen und Narren einen wunderschönen Tag in Hohenems verbringen.

Die Tennishalle ermöglichte es, dass alle Teilnehmer nach dem Umzug gemeinsam Platz fanden.

Die weiteren Jahre waren geprägt durch vielseitige Aktivitäten der Zunft Embser Schlossnarren mit den Emser Zünften. Das Zusammenwirken konnte weiter verstärkt werden und bildet heute die Grundlage für eine starke, einige Narrenorganisation in Hohenems.

2008 zählte die Zunft Embser Schlossnarren mit ihren 14 Emser Zünften über 850 Mitglieder. Noch im selben Jahr kamen 2 weitere Zünfte, Die Embser Schlossplatzfeager und die Embser Kindergarde dazu.

Der VVF hat der Zunft Embser Schlossnarren die Durchführung des 27. Landesnarrentages am 11. 1. 2009 übertragen. Die Vorbereitungen liefen Monate auf Hochtouren. Und wer die Frauen und Mannen der Zunft Embser Schlossnarren und ihrer Unterzünfte kennt, weiß, dass man in Hohenems – unter der großartigen Zusammenarbeit und Mithilfe aller Emser Zünfte – ganz bestimmt alles daran setzte, den Vorarlberger Narrenfreunden einen würdigen,

Dies war dann auch die letzte Saison von Herbert Holzer als Präsident der Embser Schlossnarren. Als neuer Präsident wurde bei der Jahreshauptversammlung 2009 Karl-Heinz Sutter gewählt welcher seither die Geschicke und den Verein mit riesen Engagement und Erfolg führt.

Im Jubiläumsjahr 2015  – die Embser Schlossnarren feierten ihr 50jähriges Bestehen – erhielt die Zunft Embser Schlossnarren zum bereits 4. Mal den Zuschlag zur Ausrichtung des 33. Vorarlberger Landesnarrentages. Es war wieder ein Riesenerfolg was neben der Erfahrung wieder der guten Zusammenarbeit der Embser Zünfte zu verdanken war.

Zu dieser Zeit hatten die Embser Schlossnarren 16 Unterzünfte mit ca. 1.200 Mitgliedern.

2017 wurde Karl-Heinz Sutter zum 5. mal einstimmig als Präsident der Embser Schlossnarren bestätigt. 2018 haben die Schlossnarren 14 Unterzünfte mit gesamt ca. 1.150 Mitgliedern die immer noch tatkräftig zusammenarbeiten und die Umzüge erfolgreich durchführen.

Derzeit laufen die Vorbereitungen zum 37. Landesnarrentag den wieder die Zunft Embser Schlossnarren mit ihren Unterzünften ausrichten. Und wieder setzten ALLE ALLES daran dass auch diese Grossveranstaltung ein Riesenerfolg und ein Highlight in der Vorarlberger Fasnat 2019 wird.